ACARA-POST

Aktuelle Ausgabe 2019:

Mai-Juni

ACARA-Veranstaltung-Juli-2016

Am Freitag den 01. Juli 2016 wird uns

Andreas Tanke mit seinem Bildvortrag nach Surinam entführen:                                      

„Surinam 2008, den Zierfischen auf der Spur“.

Im Jahr 2008 war ich mit einer Reisegruppe von Aquarianer in Surinam, dem mittleren der drei Guyanas, unterwegs, um einige altbekannte aber kaum nach Deutschland importierte, Arten zu finden und mitzubringen.

Wir konnten einige Panzerwelse nachweisen.

Corydoras aeneus (Gill, 1858), der etwa 7cm groß werdende Goldstreifenpanzerwels, oder Metallpanzerwels, gehört schon lange zu den beliebtesten Aquarienfischen aus der Gattung Corydoras (Lacépède, 1803).

Die omnivor lebenden Bodenfische gründeln gern in größeren Gruppen (zirka 30 bis 40 Individuen) zusammen über die sandigen Bodenflächen der Flüsse.

Oder Corydoras brevirostris (Fraser-Brunner, 1947), das Typus-Exemplar stammt aus dem Rio Orinoco in Venezuela. Der Name setzt sich aus dem lateinischen Wort „brevis“ für kurz, und „rostrum“ für Schnauze zusammen. Die Kurzschnauzen-Panzerwelse werden etwa 6 cm lang und wurden früher als Unterart von Corydoras melanistius betrachtet.

Auch Corydoras coppenamensis (Nijssen, 1970) konnten wir nachweisen. Hier kann man leicht über den Namen der Fische auf die Typuslokalität schließen, sie wurden nach dem ersten Fundort, dem Coppename River benannt. Sie werden in der Corydoras Gruppe der Kurzschnäuzigen Panzerwelse geführt. Die Art wird rund 5cm groß und ist eng verwandt mit C. sipaliwini und C. bondi.

Auch einige Harnischwelse wie Hypostomus plecostomus (Linnaeus, 1758) und Rineloricaria platyura (Müller & Troschel, 1849) konnten wir entdecken.

Der echte Hypostomus plecostomus, eine rund 30cm groß werdende Welsart, wird wohl nur sehr selten in der Aquaristik gehalten. Laut Ralf Heidemann (L-Welse.com) werden die etwas anders gefärbten Liposarcus pardalis (Castelnau, 1855) im Handel unter dem Namen H. plecostomus geführt. Unterscheiden kann man beide Arten z.B. an den Weichstrahlen der Rückenflosse, H. plecostomus hat nur sieben, und L. pardalis ca. zwölf Weichstrahlen und größere Punkte auf dem Körper. Aber natürlich sind uns auch zahlreiche Cichliden, wie z.B.

Geophagus surinamensis (Bloch, 1791), die Rotstreifen-Erdfresser kommt auf sandigen und schlammigen Flussabschnitten vor. Die Art wurde in der Aquaristik schon vermehrt. Sie lässt sich gut halten und verfügt über ein interessantes Verhaltensrepertoire. Es sind ovophile Maulbrüter, bei denen die Weibchen direkt nach dem Ablaichen die Eier ins Maul nehmen.

Einen weiteren Erdfresser konnten wir ebenfalls auffinden, Geophagus brokopondo (Kullander & Nijssen, 1989), der bisher einzige Fundort scheint, der später im Text erwähnte Stausee, Brokopondo, zu sein. Die etwa 16cm groß werdenden Fische konnten wohl noch nicht nachgezogen werden.

Natürlich fanden wir auch Vorkommen von Zwergbuntbarschen, wie z.B. Apistogramma steindachneri (Regan, 1908). Steindachners Zwergbuntbarsch wird, im männlichen Geschlecht bis zu 12cm groß, Weibchen bleiben, mit rund 6cm wesentlich kleiner. Ihr bevorzugter Lebensraum sind flache Uferabschnitte mit viel Laub- und Holz-Einlagerungen. Es sind polygam lebende Fische, das heißt, ein Männchen kann mehrere Weibchen haben die in seinem Revier leben. Die Weibchen teilen sich das „Hauptrevier“ auf und betreuen die Jungfische. Das Männchen sichert hauptsächlich die Reviergrenzen gegen Feindfische ab.

Wie überall in südamerikanischen Gewässern fanden wir zahlreiche Salmler-Arten. Überall wo wir mit unseren Netzen fischten, stießen wir auf die verschiedensten Arten der großen Familie der echten Salmler (Characidae, Latreille 1825).

Neben dem Brokopondo-Stausee (1960 bis 1964 erbaut), mit seiner gigantischen Fläche von 1.560 km² einer der größten Stauseen der Welt, sein Einzugsgebiet umfasst zirka 12.200 Quadratkilometer. Der Suriname Creek wird hier aufgestaut, rund 10.000 Saramaccaner mussten umsiedeln, weil ihre Heimatgebiete komplett überschwemmt wurden.

Die auch Saamaka genannten Menschen sind ehemalige Sklaven aus Afrika die eine neue kulturelle Heimat in Surinam gefunden haben.

Auch Gewässer aus den Einzugsgebieten des Saramacca, Gosewijne und des Coppename River wurden untersucht. Neben zahlreichen Fischbildern werden auch Stadtansichten und natürlich eine große Zahl von Biotopaufnahmen und Daten aufgezeigt.

Bilder:     Andreas Tanke

Text:       Andreas Tanke & Swen Buerschaper