ACARA-POST

Aktuelle Ausgabe 2018:

September-Oktober

10.-Acara-Veranstaltung-2017

Vorschau auf den Bildvortrag am 03. November 2017.

Carsten Zupp:

„Fische des Tanganjikasees“.

 

 

In diesem Bildvortrag wird uns die Tierwelt des zweitgrößten und tiefsten Sees Afrikas vorgestellt. Der Tanganjikasee liegt im westlichen Teil des Ostafrikanischen Grabens und grenzt an die Länder Kongo, Tansania, Sambia und Burundi.

 Die ersten Europäer, die diese Gegend bereisten, waren wohl Richard Francis Burton und John Hanning Speke, Burton hielt den See für die Quelle des Nils.

Mit rund 19.000 km³ Süßwasser Inhalt ist er das größte Reservoir des Kontinents.

Die Maße sind wirklich beeindruckend; 673km lang, rund 50km breit mit einer Fläche von 32.893km² und bis zu 1.470m tief, sein Einzugsgebiet beträgt 231.000km².

Ab der 200 Meter Grenze gibt es keine Fische mehr. Der Sauerstoffgehalt ist zu gering für höheres Leben, dieser anaerobe Zustand ergibt sich mangels der fehlenden Wasserbewegung in den Tiefen des Sees.

Die oben genannte Tiefe bedeutet, dass es sich am Grunde des Sees um sogenanntes fossiles Wasser handelt, ein Wasser das seit ewigen Zeiten keinen Kontakt mehr mit der Erdatmosphäre hatte. Das Alter solcher Wasserschichten kann man sogar mit der bekannten Radiokarbonmethode oder anderen Isotopenuntersuchungen bestimmen.

Hauptzufluss ist der Ruzizi (104km lang) im Norden, weitere Zuflüsse sind der Kalambo (die Kalambo-Fälle sind mit ca. 253m die zweithöchsten Wasserfälle Afrikas, der Fluss ist nur rund 50km lang) und der Malagarasi (475km lang). Aus seinem Abfluss entstand der Lukuga (etwa 350km lang) der später in den Kongo (über 4.300km lang) mündet.

Der Tanganjikasee gehört mit zu den Artenreichsten Orten der Welt (IUCN, „Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen“), allein über 300 Fischarten, die meisten davon endemisch (95%) sowie zahlreiche Wirbellose (Krabben, Schwämme, Würmer, Quallen, Schnecken usw.), aber auch Reptilien wie das Nilkrokodil, Warane und andere Echsen, Schlangen oder Vögel, die Liste erscheint fast endlos, leben in und um ihn herum…

 Eine Fischfamilie hat sich im Besondern den hohen Mineralkonzentrationen angepasst, die Buntbarsche stellen die dominante Familie.

Das sind auch die Fische, die den Tanganjikasee in der Aquaristik bekannt gemacht haben. Die Farben- und Formen-Vielfalt und die so unglaublich unterschiedlichen Lebensweisen machen die, meist klein bleibenden, Cichliden so liebenswert…

Fangen wir mal in Bodennähe an und arbeiten uns bis ins Freiwasser vor, ich benutze eine Gruppeneinteilung die in der Aquaristik gern verwendet wird:

Es gibt Grundelcichliden, Sandcichliden, Höhlenbewohner, Fadenmaulbrüter, Frontosa-Buntbarsche, Tropheus, Kärpflingscichliden und weitere Gattungen.

Carsten Zupp wird sich auf die eher klein bleibenden Buntbarsche konzentrieren, aber auch da wird er nicht alle Gattungen und ihre Arten ansprechen können. Es gibt einfach viel zu viele von ihnen.

 Wir werden am 03. November sehen, welche Fische uns Carsten vorstellt, Lust auf ein Tanganjikasee-Aquarium habe ich schon lange, meine Wunschfische dafür wären Julidochromis- und Lamprologus-Arten, vielleicht noch ein paar Neolamprologus, ach ja… (tiefer Seufzer, wäre doch nur mehr Platz).

 Ein kleines Kuriosum möchte ich auch noch erwähnen, das einzige größere Passagierschiff auf dem See, die „Liemba“ hieß früher „Graf Goetzen“, wurde auf der bekannten Meyer Werft in Papenburg, Niedersachsen vor dem ersten Weltkrieg gebaut, dort in etlichen Kisten (5.000) verpackt, nach Deutsch-Ostafrika versendet und am Ufer des Tanganjikasees wieder zusammengebaut.

Bilder:   Wikipedia, Florian Lahrmann & Eckhard Fischer

Text:     Swen Buerschaper